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Aktuelle Informationen:
Informieren wirkt.
Bittere Medizin
Morgens
und abends eine
Tablette vor den Mahlzeiten
mit etwas Wasser einnehmen;
Kinder die Hälfte.
”Nach dieser einfachen
Behandlungsanweisung erfolgt
täglich millionenfach die Verabreichung
von Arzneimitteln beim
Menschen. Nicht so in der Veterinärmedizin.
Forderungen der Pharmakologen, der Überwachung und der Finanzpolitiker
haben dazu geführt, dass Tierarzneimittel
zur Verabreichung über den einfachsten
Weg, nämlich der eigenständigen
Aufnahme durch das Tier mit
Futter oder Trinkwasser, überproportional
teuer wurden. Gut geprüfte und
sichere Verabreichungsformen wie
Fütterungsarzneimittel sind deshalb
zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft.
Die Veterinärmedizin braucht die
Therapievielfalt. Sie braucht die
Anwendung von Fütterungsarzneimitteln,
oral zu verabreichenden
Pulvern und die Trinkwasserapplikation.
Sie braucht nicht die Herstellung
von Schweinefutter in pharmazeutischer
Qualität oder zusätzliche
Prüfungen auf Dosiergenauigkeit bei
verschiedenen Geräten als Zulassungsanforderung.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz
(BVL) berichtet historisch niedrige
Rückstandskontaminationen in tierischen
Lebensmitteln und eine insgesamt
günstige Resistenzsituation. Dies
zeigt, dass die Tierärzte in den vergangenen
Jahren verantwortungsvoll mit
den Therapeutika umgegangen sind. In
manchen Fällen könnte auch eine
Reregulierung einen Beitrag zum
Verbraucherschutz leisten.
Dr. Martin Schneidereit,
Bundesverband für Tiergesundheit
Quelle:
TIERGESUNDHEIT
im Blickpunkt
Ausgabe 55
Oktober 2007